Der Hausbau

Diese Seite haben wir für alle gestaltet, deren Interesse und Neugierde geweckt wurde, bei der Frage, wie die Bodastuga entstanden ist...

Auf dem fast stockdunklen Baugelände unseres Zimmermannes konnten wir am 7.März 2010 die Anfänge unseres Hauses bewundern. Jeder der Stämme wurde bereits vor 5 Jahren geschlagen und wartete auf die Weiterverarbeitung.  Die erste Reihe Balken stimmte mit unseren Zeichnungen überein - jetzt konnte gebaut werden.

 

 

In der Zwischenzeit lag unsere Aufgabe darin, mit Hilfe des Baggers die Steine in die richtige Position zu rücken.

 

 

 

Im April sah es schon nach "Haus" aus auf dem Bauplatz aus...

 

Am 6.Juni 2010 wurde das Haus Balken für Balken bei unserem Zimmermann abgebaut und auf dem LKW in das 12 km entfernte Boda gefahren werden. Innnerhalb von 2 Tagen wurden die einzeln markierten Stämme wieder aufeinander gesetzt.

Das Fundament aus Granitsteinen bestand bereits und wurde von uns vergrössert und ergänzt. Wir haben versucht herauszubekommen, was für ein Haus hier früher einmal gestanden hat. Doch niemand kann sich daran erinnern und Aufzeichnungen gibt es leider auch keine. Vermutlich war es eine einfache Hütte für den Knecht. Die war zwar kleiner als dieses, aber auf die gleiche traditionelle Weise gebaut worden.

 

 

 

Jedes einzelne "Brett" des Dachstuhls wurde in die Stämme eingesägt. Für den Zimmermann eine Arbeit von mehreren Tagen.

 

Um das Haus zu schützen, haben wir literweise die typisch schwedische rote "Falufärg" eingearbeitet. Diese Farbe gibt es bereits seit 300 Jahren, sieht eher nach Pudding als nach Farbe aus, ist ungiftig und verbindet sich sofort mit dem Holz. Es kommt überhaupt nicht darauf an, wie dick die Masse aufgetragen wird. Unsere Kinder finden es klasse, wenn sie beim Streichen mithelfen dürfen und ihre Arbeit "wirklich" eine Hilfe ist. Denn das Ergebniss der Kinder beim Streichen sieht ebenso aus wie unsere Abschnitte. Nur für Theo gab es nichts zu tun...

 

 

Die gefühlten 100.000 Dachziegel mussten "zu Fuss" auf das Dach getragen werden. Das war keine Lieblingsarbeit von uns!!! Aber man hat einen wunderbaren Blick über die Wiese von oben gehabt.

 

Theo in der Grube! Der Boden musste von uns ausgekratzt werden. Denn vorher war das alte Fundament überwuchert mit Gras, Unkraut und Betonresten. Das musste alles weg. Der Bagger, der nur als Grobmotoriker zu gebrauchen war, hat so einiges für uns übrig gelassen. Alles musste mit Schottersteinen aufgefüllt werden und mit einer Plastikfolie ausgelegt werden. Diese schützt die Stuga vor aufsteigender Feuchtigkeit.

 

 

 

Anfang August ist das Dach fertig gedeckt und der Anbau für Küche und Bad ist auch gebaut.

 

 

Die breiten Bretter fuer das Dach hätten wir in keinem Baumarkt in dieser Breite und Stärke bekommen. In einem nahegelegenen Sägewerk haben wir sie uns anfertigen lassen.

 

 

Die Regenrinnen sind ebenfalls an den Stil des Hauses angepasst worden und ganz aus Holz. Innen und aussen haben wir sie mit einer Mischung aus Balsamterpentin, Leinöl und Pech kalfatert.

 

 

Der Grund wurde mit Folie ausgelegt und mit Steinen beschwert, um aufsteigende Feuchtigkeit fern zu halten.

 

 

Alle Bretter für den Unterfussboden sind zugeschnitten und im gesamten Haus fertig verlegt worden. Auf dem Bild ist die kommende Trennwand zwischen Küche und Bad zu sehen.

 

Von der "Küche" bis in die "Schlafzimmer" fotografiert. Die Spanngurte halten die Wände auf ihrer Position, für den Fall, dass das Haus noch "einläuft". Da die Stämme jedoch schon gut abgelagert verarbeitet wurden, waren es nur wenige centimeter. Bei frischen Stämmen kann ein Haus, durch das Gewicht der Dachkonstruktion, schon mal 10-15 cm kleiner werden.

 

Unsere Stuga hat seine Fenster bekommen! Auf die Haustür muss es noch laaange warten. Denn Schrammen wären beim reintragen der Baumaterialien vorprogammiert.

Die Regenrinnen, die breiten Bretter am Eingang und an den Gibeln wurden kalfatert (je ein drittel Leinöl, Balsamterpentin und Pech).

 

 

Im nächsten Arbeitsschritt haben wir die Fensterrahmen weiss und die Fenster in einem graugruen gestrichen. Inspiriert haben uns hierbei alte historische Häuser des 18. Jahrhunderts.

 

 

Im Oktober wurde der Anbau verkleidet. Auch hier hat uns das kleine Sägewerk die Fasadenbretter zurechtgesägt.

 

 

Das Dach konnte von innen isoliert werden. Auf dem Bild sind die Wohnzimmerfenster zur Wegseite zu sehen.

 

 

Die ersten Bretter wurden auf die Isolierung angebracht. 20 Jahre haben sie auf ihre Weiterverarbeitung gewartet... Bis zum November 2010!

 

 

 

Im Dezember wurde die Küche...

 

 

 

 

...und das Bad isoliert und mit Gipsplatten verkleidet.

 

 

 

Die Haustür konnte anschliessend an ihren Platz gesetzt werden. Denn nun werden keine grossen Gipsplatten mehr in die Stuga reingetragen. Schrammen- und Splittergefahr ist auf ein Minimum geschrumpft!

 

 

Die Tür bekam nun endlich im Fruehjahr einen Rahmen. Nur die Farbe fehlt noch...

Auch den ersten Naturstein haben wir vor die Tür geschoben. Wenn wir mit der Spinatkur durch sind, rollen wir die Nächsten dazu!

 

Auf gar keinen Fall wollten wir ein doofes Blechrohr fuer die Bodastuga. Der Schornstein ist zwar schief, aber gemauert! Wie das eben früher so war. Gerade hoch wäre der tragenende Stamm im Weg gewesen. An den mussten die Maurer vorbei. Und dann noch einen tick nach vorn. Da war dann der nächste Balken im Weg. Nun ist der Ofen genauso geworden, wie wir ihn uns für das Haus gewünscht haben. Wir freuen uns auf die Farbe und das erste Feuer!!!

 

 

...und das ist der Ofen! Ein norwegischer Jötul F100. Der wird die Bodastugagäste warm halten. Und auch wenn es kein Kamin ist, so ist das Feuer trotzdem zu sehen. Kindersicher hinter der Glastür. Einen Grossteil der Wärme gibt der Ofen später durch das gusseiserne Gitter über dem Ofen ab.

 

Das "Sovloft" hat nun seinen Fussboden und die Fussleisten erhalten. Auch das Fenster wurde reingesägt. "Jetzt sieht die Bodastuga nach Haus und nicht mehr nach Schuppen aus!", kommentierte unser Tischler. Recht hast Du, Isac!

 

 

Fussbodenarbeiten! Lange sind wir immer von Balken zu Balken gehüpft. Das hat nun ein Ende! Auf die Bretter wurde eine wind- und wasserdichte Matte verlegt. Darauf wurde dann die Isolierung gelegt.

 

 

 

Und schliesslich die Holzdielen auf den Balken verschraubt. Ein ganz anderes Wohngefühl...!

 

 

Damit man sich nicht wie in unserer Blockhaussauna fühlt, haben wir das Holz mit einer lösungsmittelfreien Leinölfarbe gestrichen. Weisse Wände und graue Balken, Tür-und Fensterrahmen.

Hier nochmal der Vergleich...

 

 

 

Und so sieht es dann fertig aus!

Ja, und seit dem 2. Juli 2011 ist die Bodastuga bezugsfertig! Es war ein anstrengendes Jahr mit viel Arbeit, aber auch Spaß. Wir haben es geschafft!!! Unser Traum von der Bodastuga ist in Erfüllung gegangen...

 

 

 

Am 15.8.2011 haben wir von unserem Supertischler einen würdigen Abschluß für unser Dach bekommen. 2 "Spiror" (Spitzen) krönen nun das Dach. Tack så mycket Isac!!!

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